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Botox gegen Zähneknirschen

12.04.2014

Das Nervengift Botox ist vielen als Anti-Falten-Mittel bekannt. Doch auch in der modernen Zahnmedizin kann es bei „zähneknirschenden“ Patienten zum Einsatz kommen.

Nächtliches und stressbedingtes Zähneknirschen ist hierzulande weit verbreitet. Wenn Betroffene Zähne aufeinander reiben, pressen, mahlen und knirschen, kann dies weitreichende Folgen haben. Nach Angabe der Bundesärztekammer leidet jeder Zehnte in Deutschland unter Bruxismus wie das Zähneknirschen zahnmedizinisch heißt. Viele Betroffene bekommen von ihrem meist nächtlichen Knirschen jedoch oftmals nichts mit. Doch der enorme Druck der Kiefer kann dafür sorgen, dass die Betroffenen am nächsten Morgen nicht ausgeruht und erholt sind, sondern Kopf- und Kieferschmerzen haben. Problematisch ist die starke Krafteinwirkung auch deshalb, weil durch das Knirschen wertvolle Zahnsubstanz abgerieben wird. Es können sich zudem feine Linien im Zahnschmelz, sogenannte Schmelzrisse bilden und die Zahnhälse können überempfindlich werden. Eine erste Abhilfe, um weitere Schäden an der Zahnsubstanz zu verhindern, können sogenannte Knirscherschienen bieten. Diese Aufbissschienen werden vom Zahnarzt individuell angefertigt und sollten vom Patienten dann nachts oder wenn das Zähneknirschen auch tagsüber in Stresssituationen auftritt, in diesen Situationen getragen werden. Weitere Ursachen für Zähneknirschen können schlecht sitzender Zahnersatz oder Kieferfehlstellungen sein.

Veränderungen des Kiefermuskels

Das Zähneknirschen hat jedoch nicht nur negative Folgen für die Zahnsubstanz und das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch auf die Kaumuskeln. Denn wie auch bei anderen Muskeln regt die regelmäßige Krafteinwirkung die Kiefermuskeln zum Wachstum an. In extremen Fällen führen vergrößerte Kiefermuskeln sogar zu Veränderungen der Gesichtskontur. „In solchen extremen Fällen kann das Nervengift Botulinumtoxin zum Einsatz kommen“, sagt Daniel Abramov, Zahnarzt in Berlin-Lichtenberg. Botulinumtoxin oder kurz Botox stoppt die Reizübertragung und hemmt die Nerven. In der Folge entspannt der Kiefer und das nächtliche Zähneknirschen lässt nach. Anschließend regeneriert sich die gesamte Kiefermuskulatur und vergrößerte Muskeln bilden sich wieder zurück. Unter Umständen ist jedoch eine wiederholte Anwendung von Botox notwendig, denn die Wirkung des Nervengifts lässt nach drei bis sechs Monaten nach. „Für eine ganzheitliche und nachhaltige Beseitigung von Zähneknirschen gilt es die Auslöser ausfindig zu machen und anschließend zu beheben“, sagt Abramov. Dazu zählen wie oben erwähnt die Beseitigung oder zumindest Eindämmung von Stress, schlecht sitzenden Zahnersatz oder Kieferfehlstellungen.

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